# Sunday, May 02, 2010

ecosia, Krombacher und der WWF

Es gibt diverse Aktionen zur Rettung des Regenwalds. So rettet zum Beispiel Krombacher pro Kauf eines Kastens einen Quadratmeter der grünen Lunge des Planeten. Eine andere Aktion unterstützt die Suchmaschine ecosia, die mit der Einblendung von Werbung Geld verdient, welches dann anteilig gespendet wird.

Allen Aktionen gemein ist, dass der WWF als Organisation dahintersteht, die die Rettung des Regenwalds koordiniert. Doch ob der WWF als Retter im eigentlichen Sinne bezeichnet werden kann, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Hegen sich doch ob der Angaben zu den einzelnen Projekten einige Zweifel. Vergleicht man zum Beispiel die Regenwaldrettungsaktion von Krombacher mit der von ecosia, so fällt auf, dass die Firmen für die Rettung eins Quadratmeter Regenwaldes unterschiedlich viel zahlen müssen. Im Falle von Krombacher beläuft sich der Preis auf 0,04?/m², bei ecosia sollen es jedoch nur 0,0005?/m² sein. Glaubt man aber der Abrechnung von ecosia selbst, kommt man wieder auf den Betrag, den auch Krombacher für einen Quadratmeter entrichtet, nämlich 0,04?. Wenn man beim WWF direkt spendet, kostet der Schutz übrigens nur 0,0002?/m².

Wie diese Diskrepanz begründet ist, schilderte mir Constanze vom WWF. So ist es nicht der WWF allein, der sich um den Schutz eines Gebietes kümmert, sonder dies passiert immer in Verbindung mit mehreren, vor allem auch lokalen Organisationen und Behörden. Außerdem unterscheiden sich die Gebiete stark in ihrer Schutzbedürftigkeit und der durchzuführenden Maßnahmen. Auf Grund dieser lokalen Begebenheiten und vor allem auch wegen der unterschiedlichen Kosten für den Landerwerb in unterschiedlichen Gebieten kann es zu den oben geschilderten Diskrepanzen kommen. So liegt zum Beispiel das Gebiet, in welchem die Unterstützung von ecosia eingesetzt wird, im Juruena Nationalpark am Amazonas. Der dortige Einsatz vom WWF Deutschland ist nur ein Teil des großen Regenwaldschutzprojekts ARPA (Amazon Region Protected Areas).

Auch das Gebiet, welches durch den WWF-eigenen Spendenaufruf geschützt werden soll, liegt am Amazonas. Allerdings liegt Putumayo eben nicht im Juruena Nationalpark und erfordert auch sonst andere Schutzmaßnahmen. Dies führt dann dazu, dass bereits mit einem geringeren Einsatz ein bestimmter Bereich geschützt werden kann.

Der Vollständigkeit halber: Das Krombacher-Projekt schützt afrikanischen Regenwald. Dass dieser den gleichen "Preis" wie der Juruena-Regenwald hat, ist wohl eher Zufall.

Sunday, May 02, 2010 12:39:00 PM (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00) #  Comments [0] | Trackback